11.10.2016, VON RUDI FRITZ

Gemeinsame Übung der Jugendfeuerwehren Wendlingen, Oberboihingen und Köngen

„Retten, löschen, bergen und schützen“ hieß es am Samstagnachmittag für 32 Jugendfeuerwehrleute der Freiwilligen Feuerwehren Köngen, Wendlingen und Oberboihingen bei einer großen Hauptübung, die im Bauhof in Köngen durchgeführt wurde.

KÖNGEN. Ganz im Zeichen der Jugendfeuerwehren stand der vergangene Samstag in Köngen. Bereits am frühen Vormittag hatten die beiden Kommandanten der Feuerwehren Köngen und Oberboihingen, Nico Mettenleiter und Hartwig Seidl, eine Stunde lang an der Kasse des Edeka-Marktes im Kö8 kassiert. Der erzielte Erlös ging an die Jugendfeuerwehren.

Nachmittags fand dann die große Hauptübung im Bauhof Köngen statt. Bevor es jedoch losging, besprach der Einsatzleiter der Übung, Thomas Roosz, Jugendwart der Feuerwehr Köngen, im Feuerwehrmagazin des Gastgebers mit den 17 Betreuern der Jugendfeuerwehrleute den Einsatzplan des in diesem Rahmen erstmals durchgeführten Projekts. Danach rückten die acht Einsatzfahrzeuge mit echtem Sirenengeheul und Blaulicht zum Einsatzort aus. Dort warteten bereits zahlreiche Zuschauer und zwei Übungsabschnitte auf die jungen Floriansjünger.

Der Übungsabschnitt 1 stand unter der Leitung von Oberboihingens Jugendwart Michael Orlando. Es wurde angenommen, dass in einem Bauhofgebäude in der dort befindlichen Holzwerkstatt durch Selbstentzündung eines ölgetränkten Lappens ein Feuer ausgebrochen war. Für die fünf Übungstrupps galt es nun in diesem Gebäude, in dem Sprühlackdosen, Gebinde mit Lack und Gasflaschen vermutet wurden, zwei vermisste Mitarbeiter zu bergen. Außerdem musste man an einem angrenzenden Silo mit Düngemitteln und einem danebenliegenden weiteren Objekt, in dem sich Gasflaschen befanden und in das durch die unterirdische Rohrverbindung Rauch und Wärme gelangt waren, belüften und nach weiteren Mitarbeitern suchen.

Den zehn- bis 17-jährigen Jungfeuerwehrleuten gelang es – unter Anweisung der an ihren blauen und weißen Westen erkennbaren Gruppen- und Abschnittsleiter – schnell und gekonnt, das ausgebrochene Feuer zu löschen und die verletzten Mitarbeiter zu bergen. „Es ist wichtig, dass sich die Jugendfeuerwehrleute der verschiedenen Wehren rechtzeitig kennenlernen“, hält Marc Morawsky, Vize-Kommandant der Feuerwehr Wendlingen, es für wichtig, dass bereits der Nachwuchs auf gemeinsame Einsätze mit den benachbarten Wehren vorbereitet wird.

Parallel lösten drei weitere Trupps den Übungsabschnitt 2 ebenfalls mit Bravour. Hier galt es einen aufgrund des vorangegangenen Brandereignisses abgelenkten und bei Abladearbeiten unter einer Abrollmulde eingeklemmten Mitarbeiter zu befreien. Außerdem musste ein beschädigtes Gebinde mit Reinigungsmitteln gesichert werden.

Bei dem Einsatz wurden originale Geräte eingesetzt. Lediglich beim Wasserschlauch verwendete man D-Schläuche anstelle der sonst üblichen BSchläuche. Ebenfalls nicht zum Einsatz kam das Atemschutzgerät, da die jungen Übungsteilnehmer dafür noch nicht die erforderliche ärztliche Untersuchung vorweisen können. Aber auch so gelang es beim Übungsabschnitt 2, der unter der Leitung von Michael Grau, Jugendwart der Feuerwehr Wendlingen, stand, den eingeklemmten Mitarbeiter zu befreien und die Reinigungsmittel zu sichern. Dazu wurden Schutzanzüge verwendet. „Das ist alles mit viel Vorbereitung verbunden“, machte Grau deutlich. Nach Abschluss der Übung nahmen alle Teilnehmer Aufstellung und bekamen von Übungsleiter Thomas Roosz lobende Worte für die erfolgreiche Erledigung der Übungsbestandteile. Zur Belohnung für ihren gelungenen Einsatz wurden die Übungsteilnehmer anschließend ins Feuerwehrmagazin Oberboihingen eingeladen, um sich dort bei Roten Würsten mit Brötchen und Getränken von den Strapazen des Großeinsatzes wieder erholen zu können.

Bericht: Rudi Fritz (Nürtinger Zeitung - zum Originalbericht)